
Wenn 72 Stunden Spuren hinterlassen: Jugendgruppen übernehmen Patenschaften über die Aktion hinaus
Bei der „72‑Stunden‑Aktion“ haben sich Messdiener und Pfadfinder drei Tage lang engagiert – und manche Projekte leben bis heute weiter, etwa als Patenschaften für Spielplätze oder Übergangsheime.
Im Rahmen der bundesweiten „72‑Stunden‑Aktion“ engagierten sich im Juni 2013 etwa 175.000 Jugendliche in rund 4.000 Projekten – etwa im Streichen von Obdachlosenheimen oder dem Bau von Klettergerüsten auf Spielplätzen (Quelle: Domradio). Laut der im Frühjahr 2014 veröffentlichten Studie blieben von diesen Projekten neun Monate später etwa 400 bestehen – das entspricht knapp neun Prozent der ursprünglich durchgeführten Vorhaben (Quelle: Domradio). Ein besonders nachhaltiges Beispiel fand sich in Köln‑Godorf: Eine Pfadfindergruppe, die Verschönerungsarbeiten in einem Übergangsheim für Geflüchtete durchführte, etablierte daraus eine Patenschaft. Es folgten Weihnachtsbesuche, Grillfeste und Spendensammlungen; die Gruppe wurde sogar in politische Diskussionen zur Zukunft des Heims einbezogen (Quelle: Domradio). Ähnlich wirkmächtig war die Initiative einer Messdienergruppe, die nach dem Aufbau eines Klettergerüsts beschloss, die Patenschaft für den Spielplatz zu übernehmen – eine Verbindung, die über die Aktion hinaus Bestand hatte (Quelle: Domradio). Die Studie zeigt, dass durch die Aktion nicht nur kurzfristige Resultate entstanden – Kontakte wurden geknüpft, etwa zwischen Messdienergruppen, Gemeinderäten oder Seniorengruppen, die vorher kaum miteinander zu tun hatten. Gleichzeitig bleibt die Wirkung materieller Projekte wie Klettergerüste oder Kräuterschnecken für die Nutzenden bestehen. Und die nachhaltig wirksamen Patenschaften wirken auf drei Ebenen: materiell, sozial, kooperativ (Quelle: Domradio). Zudem gab die Studie Hinweise auf eine gesteigerte Bereitschaft zum weiteren Engagement: Über die Hälfte der Teilnehmenden äußerte, in diesem oder im kommenden Jahr wieder mitmachen zu wollen. Insgesamt gaben sogar 97 Prozent an, sie würden erneut teilnehmen (Quelle: Domradio). Für den Sprecher des BDKJ, Michael Kreuzfelder, sind die Ergebnisse doppelt erfreulich: Zum einen zeigen sie, dass „72 Stunden viel länger wirken“ als nur drei Tage, zum anderen verdeutlichen sie, dass das Engagement von Jugendlichen durch die Aktion noch nachhaltig angeregt wird – einige berichten, sie hätten über neun Monate hinweg zusätzliche Einsätze geleistet (Quelle: Domradio).
Was funktioniert
- Die Jugendlichen führten drei‑tägige Verschönerungsaktionen durch – z. B. Anstreichen von Obdachlosenheimen, Bau von Klettergerüsten. Einige Gruppen entwickelten daraus Patenschaften – etwa für Spielplatz oder Übergangsheim – und bindeten Besuche, Feste und Spendenaktionen daran an.
Warum das wichtig ist
- Neun Monate nach der Aktion bestanden noch rund 400 Projekte fort – knapp neun Prozent. Drei konkrete Projekte lebten weiter als Partnerschaften. Über die Hälfte wollte erneut teilnehmen, 97 Prozent sagten, sie würden wieder mitmachen.
Erkenntnisse & Lessons
- Aus einer kurzfristigen Aktion kann sich unerwartet eine langfristige Partnerschaft entwickeln, wenn die Beteiligten Anschlussmöglichkeiten erkennen und nutzen.
Herausforderungen & Grenzen
- Keine relevanten Limitationen aus der Quelle ersichtlich.
Quellen & Nachweise
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